Wormser Zeitung  19. April 1983

Die Partnerschaft mit Leben erfüllen!

Hamm und Varois-et-Chaignot besiegelten den Pakt /
Jetzt muss die Jugend aktiv werden


HAMM. - Die grenzüberschreitende Partnerschaft zwischen Hamm und der französischen Burgundgemeinde Varois-et-Chaignot, von langer Hand vorbereitet, ist jetzt in überaus feierlicher Weise gefestigt und besiegelt worden. Im Rahmen eines von Hammer Ortsvereinen gestalteten bunten Programms griffen Bürgermeister Walter Arnold und die Präsidentin des Freundschaftskreises aus Frankreich, Madame Couppée, zur Feder und setzten ihre Unterschriften unter das bedeutungsvolle Papier, das in deutscher und französischer Sprache den Willen der beiden Gemeinden und ihrer Bürger dokumentiert.

ZUR 100. PARTNERSCHAFT zwischen Rheinland-Pfalz und Burgund gratulierte Hans-Albert Schreiner (rechts) im Namen des Freundschaftskreises den Bürgermeistern Aubert (Links) und Arnold der nunmehr verschwisterten Gemeinden Varois-et-Chaignot und Hamm.

BEIFALL KLATSCHTEN begeistert die französischen Gäste zu dem heiteren Programm, das die Ortsvereine aus Hamm zur Partnerschaftsfeier in der wohlgefüllten Gemeindehalle vorbereitet hatten.

In der Ansprache von Bürgermeister Arnold wurde deutlich, dass sich sein Wunsch in dieser Stunde erfülle, beide Gemeinden mögen in einer friedvollen Zukunft zu einer echten und dauerhaften Freundschaft finden. Man sei auf dem richtigen Wege dazu. Nicht nur der Wille sei ausschlaggebend, sondern erst die Begegnungen bewiesen das Bedürfnis nach Partnerschaft. Bereits beim festlichen Empfang im vergangenen Jahr in Varois-et-Chaignot sei so manches Vorurteil ausgeräumt worden, das vorher den Blick für die Wirklichkeit verstellt hatte. Trotz der politischen und sprachlichen Grenzen sei man sich nähergekommen. Die Bürger beider Gemeinden könnten nunmehr in engeren Kontakt treten und zueinander finden.

MIT IHREN UNTERSCHRIFTEN besiegelten Madame Couppée und der Bürgermeister Arnold die Jumelage zwischen der burgundischen Gemeinde und Hamm.

So werde das Verhältnis in positivem Sinn zu einem Geben und Nehmen und zu einem fruchtbaren Austausch werden. Bürgermeister Pierre Aubert betonte, dass er sich auf das Wiedersehen sehr gefreut habe. Er würdigte die positive Entwicklung, die jedes Zusammentreffen zu einem Ereignis werden lasse. Die Jugend müsse nunmehr eintreten, damit die Partnerschaft weiterblühe. Er sei jedenfalls beglückt über die geschlossene Freundschaft, denn diese liege ihm sehr am Herzen und er freue sich heute schon auf den Gegenbesuch in seiner Gemeinde.

Wenn sich die Freundschaft weiter so entwickle wie das Wetter beim Eintreffen der Gäste aus Frankreich, so müssen dies immer "sonnige Begegnungen" werden, betonte der Präsident des Freundschaftskreises Rheinland-Pfalz/Burgund, Schreiner. Er sei stolz und glücklich, die beiden Gemeinden in die große Partnerschaftsfamilie aufnehmen zu können. Es sei dies ein Jubiläum, denn mit der Unterzeichnung sei die Zahl Hundert in einer einzigartigen Regionalpartnerschaft erreicht.

FLOTTE MAJORETTES gibt es nicht nur jenseits des Rheins. Das bewiesen die Beine und Stöckchen schwingenden Mädchen aus Hamm, die mit zahlreichen weiteren Aktiven zum Gelingen der deutsch-französischen Begegnung beitrug.

Diese soll keine Touristenattraktion, sondern zu einer echten Freundschaft werden. An beide Bürgermeister überreichte er die dafür geschaffenen Wappenteller. Auch Verbandsbürgermeister Oswald machte deutlich, die geschlossene Partnerschaft möge mit Leben erfüllt werden.
Den feierlichen Teil der Veranstaltung leitete der Fanfarenzug der Feuerwehr unter der Stabführung von Hans Embach ein. Die Majorettes gefielen mit einer Tanzdarbietung. Nach der Hymne von Rudolf Desch, gesungen durch den Männergesangverein, dirigiert von Hermann Jehl, wurde der Freundschaftsakt besiegelt. Der Chor beschloss mit der Komposition "Die Nacht" von Franz Schubert den feierlichen Teil.
Nach der Pause ging es in lockerer Folge weiter. Zunächst zeigte Simone Wirth mit einer Solo-Einlage eine Kabarett-Show und einen Stepptanz. Die Abteilung Turnerfrauen des Sportvereins begeisterten mit den Tänzen "Amboss-Polka" sowie "Alt und jung" die Gäste. Mit der "Internationalen Starparade" genossen die Landfrauen lautstarken Applaus. Auf "Europa-Reise" sangen sich die Arthuros in die Herzen der Besucher. Mit dem Tanz Cancan bot das Rheingold-Ballett eine Augenweide. Zwischendurch war der Männergesangverein mit mehreren heiteren und beschwingten Liedbeiträgen aktiv. Die Gäste aus der Partnergemeinde, eine stattliche Gruppe von 53 Personen, zeigten sich von den Darbietungen sehr angetan.